Samstag, März 04, 2006

Agnes und der Priestersamstag

Das Bild zeigt die etwa 15jährige Agnes Graber als Sekundarschülerin

Kinder als Gottes Werkzeuge

Im hl. Evangelium lesen wir bei Matth. 18, daß Jesus an Hand eines Kindes die Jünger belehrte. Ein Gleiches hat nun der göttliche Meister auch uns Freunden des Priestersamstags getan:
Erstmals, da Er uns an Bertl Baumann, Heidelberg, im Jahre 1935 das heldische Lebensopfer eines dreizehnjährigen Kindes für die Priester erleben ließ.
Zum andernmal, als Jesus - in Seiner Unterweisung fortschreitend - den Lohn für treues Halten des Priestersamstags an Agnes Graber, Schweiz, uns vor Augen stellte.
Von Bertl Baumann bringen wir nur eine kleine Skizze. Ein ausführliches Lebensbild von ihr hat der Salvator-Verlag, Zug, Schweiz, unter dem Titel "Die Opferblume Bertl Baumann" herausgegeben.
Hauptsächlich von Agnes Graber handelt nun der Text, der hier vorliegt. Im Schlußkapitel desselben gibt er ein mit nur wenigen, kräftigen Strichen umrissenes Charakterbild dieses Mädchens. Es will kein Lebensbild bedeuten, sondern nur eine gewisse Tauglichkeit der Verstorbenen aufzeigen. Die Tauglichkeit nämlich, einer von Gott anvertrauten Sendung an die Menschen - durch Gnade gestützt - treu zu entsprechen.

BERTL BAUMANN

Weißt du um Bertl Baumann? - Sie war jenes dreizehnjährige, verkrüppelte Mädchen, das dem Herrn für die großen Ziele des Priester-Samstags ihr junges Leben anbot. Und wir wissen, daß der liebe Gott dies kindlich-ehrliche Anerbieten schneller, als es jemand ahnen mochte, angenommen hat. Die heldische Kleine gab ihr Leben am 2. Februar 1935 als Opfer für die Priester ihrem Schöpfer und Herrn zurück.
Kaum zehn Tage vorher hatte Bertl auf ihrem Krankenlager zum erstenmal vom Priester-Samstag gehört und diese edle Sache voll Eifer aufgegriffen. Gleich begann sie eine Novene als Vorbereitung auf den nächsten, ihren ersten Priester-Samstag. Getreulich verrichtete sie jeden Tag ihr Aufopferungsgebet für die Priester. Und nach Ablauf der Novene, eben an ihrem ersten Priester-Samstag, am Feste Maria Lichtmeß, ging sie heim, um drüben weiterzubeten für die Priester.
Seitdem sind viele Jahre, und darunter unsäglich schmerzvolle Jahre, an uns vorübergezogen. Aber der Eifer für den Priester-Samstag ist darüber nicht erlahmt, hat vielmehr immer neue Herzen erfaßt und begeistert.
Man fragt mich: Was ist der Priester-Samstag? Und ich antworte: Der Priester-Samstag ist ein Opfertag, den edelsinnige Katholiken für die Heiligung der Priester und Priesteramtskandidaten Gott darbringen. - Wann und wie begehen wir nun den Priester-Samstag? Viele wissen es schon und antworten für mich, wenn sie erzählen: Am Priester-Samstag, das heißt am Tag nach dem Herz-Jesu-Freitag, macht man gleich morgens die Meinung, das ganze christliche Tagewerk, die heilige Messe mit heiliger Kommunion, alle Leiden und Freuden des Tages durch die reinen Hände der lieben Gottesmutter für obegenannten Zweck dem gütigen Herrn aufzuopfern.
Einige denken vielleicht: Sollen wir für die Priester beten? Muß es nicht umgekehrt sein? - Beides ist richtig: Der Priester betet als Mittler zwischen Himmel und Erde für die Menschen. Die Gläubigen aber sollen für die Priester beten, weil diese ihre Wohltäter sind. Der Verfasser der Kleinschrift "Im Dienste des Priestertums" (Salvator-Verlag, Berlin) führt es weiter aus, wenn er schreibt: "Für das Priestertum zu beten und zu opfern, sind wir dem Priester und vor allem Jesus, dem göttlichen Hohenpriester selber, schuldig. Wer wird so viel gehaßt und verleumdet wie der Priester? - Auf wem lastet größere Verantwortung als auf einem Priester? - Wer hat eine so übermenschlich und überrirdisch hohe Aufgabe wie der Priester? - Wem sind wir mehr zu Dank verpflichtet als dem Priester? - Darum ist es eine heilige Pflicht der Nächstenliebe, des Edelsinns und der Dankbarkeit, für den Priester zu beten und zu opfern."
Im Büchlein "Herz Jesu und Priestertum" (Verlag Herder, Freiburg i.Br.) steht als sinniges Gebet für die Priester: "Vater im Himmel, gib, daß die Priester Jesu Christi durch Deine allmächtige Gnade ihrem göttlichen Vorbild gleichgestaltet werden, damit Du bei ihrem Anblick zu uns sagen kannst: "Seht, meine geliebten Söhne, an denen ich mein Wohlgefallen habe; höret sie!" Amen."
Neben dem Gebet für die bereits geweihten Priester ist es weitere Aufgabe des Priester-Samstags, guten Priesternachwuchs zu erflehen. Diesbezüglich sagte Bischof Dr. Nikolaus Bares einmal vom Priester-Samstag: "Ist ein heiliger Priester das größte Geschenk des Himmels an die Erde, dann wird das Ringen der Gläubigen in Gebet und Opfer um heilige Priester das schönste Geschenk der Erde an den Himmel sein." Solches Beten um gute, heilige Priester darf gewiß als vollwertiges Gebet "im Namen Jesu" gedeutet und wärmstens empfohlen werden. Überdies muß uns ja das Beispiel des eingangs erwähnten Krüppelkindes Bertl Baumann aus Heidelberg zu größtem Eifer in dieser Sache anspronen. Bertl hat ja nicht nur für die Priester gebetet; sie hat dem lieben Gott sogar ihr Leben für die Priester angeboten. Und dieses Angebot war dem Hohenpriester Jesus Christus wohlgefällig. Er hat es angenommen für Seine und der Menschen Priester.

WAS WIRD UNS DAFÜR?

Die Menschen von heute sind in ihrem Sinnen und Trachten kaum anders, als es die Leute zu Jesu Zeiten waren. Wie damals der heilige Petrus, so fragen sich auch unsere Zeitgenossen bei Opfer und Müh: "Was wird uns dafür?"
Ganz allgemein schließen wir aus der Größe des Lohnes auf den Wert unserer Opfer und Bemühungen. Darum hat sich vielleicht im Stillen schon mancher die Frage gestellt, wie etwas der liebe Herrgott den treu gehaltenen Priester-Samstag zu lohnen pflege.


Durch ein fünfzehnjähriges Schweizer Mägdlein hat uns Gott erkennen lassen, wie Er jene belohnt, die mit Fleiß und Opfergeist treu und beharrlich den Priester-Samstag gehalten haben.
Wie nun wurde dieses Mädchen belohnt? - Ein Priester erzählt es uns: "Am 15. Jänner 1949, einem Samstag, ging ich wie schon öfters zur seelsorglichen Aushilfe nach F(ischbach) im Kanton Luzern. Bald nach meiner Ankunft vernahm ich im Hause meiner wohlwollenden Wirtsleute vom raschen Wegsterben eines fünfzehnjährigen Mädchens, das irgendwo am Ostrande des Dorfes gewohnt. Die Eltern hätten dieses außerordentlich begabte und überaus fleißige Kind in ihrem Laden so nötig gehabt, und nun sei es tot. Nach dieser Erzählung ging die Hausfrau in die Küche, um mir eine Stärkung zu bereiten. Ich aber stand noch zwischen Tür und Stubentisch und dachte nach, welches Mädchen das sein könnte, und ob ich es schon seelsorglich zu betreuen hatte.
Wie ich so nachdenke, da sehe ich ganz unvermittelt von rechts her ein Mädchen kommen. Es schaut suchend links und rechts, und als es mich erblickt, kommt es auf mich zu. Nun steht es ganz nahe vor mir. Dreht sich dann ganz langsam von rechts nach links vor mir herum, wobei seine großen Kinderaugen erst forschend und bald wie etwas enttäuscht mir in die Augen blicken. Dennoch bleibt es, nachdem es sich vollends herumgedreht, ganz nahe vor mir stehen. Es machte den Eindruck, als hätte es jemand zu mir geschickt, auf daß ich ihm beistünde. Seine eingezogenen, hart zusammengepreßten Lippen verrieten innere Spannung und Erwartung. Wir stehen beide in einem leichten Halbdunkel. Ich bete; doch schon bald öffent sich vor uns ein sehr heller Lichtkreis, und das Mädchen ist meinen Augen entschwunden. - Jetzt wurde ich der Dinge um mich her wieder gewahr und mir bewußt, daß ich Seltsames geschaut. Wer war das Mägdlein? Ich kannte es nicht und auch ich war - wie sein enttäuschter Blick verriet - ihm vollends unbekannt; sein Dorfteil gehört nämlich kirchlich nach Z(ell), Kanton Luzern.
Bald nach dem geschilderten Erlebnis kam Tag für Tag bei der heiligen Wandlung nach meinem Emporheben des heiligen Kelches von rechts her ein gelbliches Licht, das sich rasch zum heiligen Kelch und wieder zurück bewegte. Im Verlauf der kommenden Wochen wurde dieses Licht immer heller und schneller in seinem Kommen und Gehen. Dabei hatte ich die Überzeugung, daß hier ein geistiges Wesen zum kostbaren Blut des Herrn dränge und, Reinigung und Tröstung findend, täglich wiederkomme. War es die Seele des Mädchens, das nach dem Tode, wie oben geschildert, zu mir gekommen?
Um in dieser Frage etwas Klarheit zu gewinnen, folgte ich gerne der Einladung zu einem Besuch bei den Eltern des verstorbenen Kindes, die mir auf meine Kondolenz zuteilgeworden. Und in der Erwägung, daß die Seelen der Abgestorbenen wesenhafte Züge ihres diesseitigen Tuns und Handelns wohl mit hinübernehmen, stellte ich der Mutter einige mich interessierende Fragen über ihr Kind. Die Mutter sagte mir: Agnesli war froh, flink, draufgängerisch und fleißig. Davon interessierte mich für den Augenblick besonders das "draufgängerisch". Diese Eigenschaft war mir nämlich in der vorandrängenden Vehemenz des bei der heiligen Messe kommenden Lichtes schon gleich aufgefallen. Bald sollte mir die Wahrscheinlichkeit in der Identität zwischen dem kommenden Licht und der Seele des gestorbenen Mädchens noch deutlicher und sicherer werden. Das geschah so: Am Tage des erwähnten Besuches im Hause der Verstorbenen - es war am 12. Februar- verschied etwa zehn Minuten entfernt die Großmutter vom Agnesli. Von dieser vewandtschaftlichen Beziehung erfuhr ich jedoch erst später. In einer der ersten heiligen Messen nach dem Tode der Großmutter sehe ich das zum heiligen Kelch stürmende Licht plötzlich in einigem Abstand vor dem Kelch innehalten. Und näher bei mir - aber tiefer - schaue ich, wie sich etwas in einem staken Dunkel äußerst mühsam gegen den Kelch hin bewegt.
Die richtige Erklärung scheint mir, daß hier ein reineres Sein einem läuterungsbedürftigeren aus irgend einem Grunde den Vorrang und Vortritt zum Kelch hin einräumte; das seelisch reinere Enkelkind hat seiner Großmutter voller Höflichkeit den Vortritt zum Kelch hin überlassen. Das geschah indes nur einmal und genügte, mir die Identität zwischen der nun schon mehrere Wochen lichtvoll zum heiligen Kelch kommenden Seele und dem erschienenen Kinde darzutun.
Genau sieben Wochen nach dem Tode des Mädchens, am Herz-Jesu-Freitag, den 1. April, kam im Verlaufe des frühen Vormitttags eine überaus große Freudigkeit über mich. Eine eigenartige Zuversicht erfüllte mich, daß nunmehr die Seele dieses Mädchens in den Himmel eingegangen sei. Bereits in den letzten Tagen vor dem April war das Kommen und Gehen des Lichtes bei der heiligen Messe so rapid geworden, daß man kaum zu folgen vermochte; die Farbe des Lichtes aber leuchtete blendend weiß. - Ich nahm mir nun vor, am nächsten Tag bei der heiligen Messe zu achten, ob das Licht komme oder ausbleibe. - Das Licht blieb aus und kam nie mehr wieder.

Alles, was wir hier vernommen, ist dazu angetan, nach dem Zweck solcher Geschehnisse zu forschen. Und wir fragen uns im christlichen Sinne: Welches Ziel mochte die göttliche Vorsehung in Zulassung solcher Erlebnisse im Auge haben? - Mich dünkt, daß sie den Freunden des Priester-Samstags damit den Lohn zeigen wollte, der denen winkt, die für Priester in Treue und Beharrlichkeit gebetet und geopfert haben. Das Leben des verstorbenen Mädchens spricht dafür. Unter nicht geringen Opfern hat sie den Priester-Samstag überaus treu gehalten. Schon der voraufgehende Herz-Jesu-Freitag hatte besonders im Winter manches Öpferchen von dem fernab wohnenden Kinde verlangt. Am Abend des Herz-Jesu-Freitags war dann jeweils bis in den späten Abend hinein Gesangsprobe. Hernach ein gutes Stück Heimweg, so daß dies Mädchen ziemlich spät ins Bett kam. Dennoch fand der nächste Morgen das Mägdlein schon in aller Frühe auf dem Kirchweg und innig betend vor dem Tabernakel unseres Herrn. Gerade die Treue und Beharrlichkeit in solchen Dingen fällt Kindern bekanntlich so schwer; doch Agnes wich vor keiner Schwierigkeit, wenn es um den Priester-Samstag ging.
Nach all dem könnte man aus dem ganzen Sachverhalt wohl den Satz folgern: "Wer in seinem Leben den Priester-Samstag treu und beharrlich gehalten, der darf hoffen, sich nach dem Tode aus des Priesters heiligem Opferkelch trostreiche Labung und rasche Läuterung holen zu dürfen."

AGNES GRABER

Agnes Graber heißt das Mädchen, das in so großer Treue den Priester-Samstag gehalten hat. Ein Sonntagskind, hat sie am 10. September 1933 das Licht der Welt erblickt und am Fest Mariä-Namen die heilige Taufe empfangen. Ihr Heim liegt zu Fischbach im Kanton Luzern.
Wer immer sie gekannt, der stimmt darin überein: Agnesli war ein frisches, aufrichtges Mädchen mit sonnigem Gemüt. Sie liebte Spiel, Sport und Musik. Nichts gekünstelt, alles war echt an ihr. Was sie tat, das tat sie kraftvoll und ganz. Ein mifühlend, hilfbereits Herz war ihr zu eigen. Darüber wollen wir von ihrer lieben Mutter etwas hören: "Agnesli war noch kaum drei Jahre alt; sie hatte bemerkt, daß ich Wasser verschüttete. Ungeheißen kam sie schnell herbei und wischte es auf. - Etwa drei Jahren später plauderte mir die Kleine einmal: "Wenn ich dann groß bin, so mach ich das Morgenessen. Und bist du, Mutti, noch müde, dann kannst du noch schlafen. Bin ich fertig, so ruf ich: 'z'mroge ässe!' - Eines späten Abends hatte ich noch den Boden im Laden zu reinigen. Agnesli konnte mir dabei nicht helfen. Trotzdem ging sie nicht zu Bett, sondern sagte: 'Ich will bei dir bleiben, damit du nicht allein bist'. - So lieb war sie auch zu den Geschwistern. Sie konnte ihnen vor- und nachgeben, wie eine Mutter." - Ihre beste Freundin schreibt: "Agnes hatte ein feines Mitleidsgefühl; wenn es einer ihrer Kameradinnen bei den Aufgaben nicht gut ging, war sie sehr betroffen; sie half, wo sie konnte." -
Etwas Schönes an ihr war ihre so herzliche Dankbarkeit. Für alles wußte sie Dank und ein liebes Dankeswort, begleitet vom innigen Blick aus ihren treuen, großen Kinderaugen . -Doch nun fragt mich vielleicht jemand: "He, hät das Spiel-, Sport- und Musikmaitli au öppes g'schaffet?" - Agnesli hat für seine Geschwister viel Pulloverli gestrickt. Seine Mutter erzählt dazu: "Wenn ich ganz schöne Arbeit wollte, gleich was es war, dann mußte ich's vom Agnesli machen lassen, denn es war zuverlässig, exakt und sehr fleißig. Sie hat mich darin nie enttäuscht."
Ein Erzieher, der das etwa liest, mag nicht ohne Grund lächeln. In der Tat gibt es nämlich schon öfters schaffige Kinder; aber gehorsame? Der stets frohe Sinn mochte unserer Agnes das Gehorchen sehr erleichtern. Jedenfalls, sie war überaus frisch, willig und schnell darin. Ihre Mutter bemerkt: "Pressierte ein Auftrag, so mußte man nur Agnes rufen. Gleich stand sie da, froh und bereit zu helfen."
Vielleicht das Allerschönste an Agnes war ihr zarter, alles umfassender Familiensinn. Die liebe Mutter berichtet uns: Alles konnte ich mit diesem fünfzehnjährigen Maitli besprechen, alles an Freud und Leid, an Kummer und Sorge mit ihr teilen. Es war grad so, als wäre sie nicht erst fünfzehn, sondern schon gut zwanzig. Sie war mir schon bald nicht mehr Kind, vielmehr eine treue, verständige Freundin." - Zuweilen, - so erzählt ihr lieber Vater -, hatte sie bemerkt, daß meine Absicht, auszugehen, der lieben Mutter nicht angenehm war. Gleich verschwand sie unauffällig aus dem Zimmer und wartete draußen auf mich. Wenn ich dann aus der Stube trat, machte sie sich ganz lieb an mich heran. "Vater", sagte sie leise, "die Mutter sieht's nicht gerne, bitte bleib daheim." Das klang so treu und gut, wer hätte ihr da widerstehen können. Ehe ich mich's versah, stand ich wieder bei den Meinen im Zimmer und blieb daheim. - Zwei Wochen vor Agneslis Heimgang weilte ihre Lieblingsfreundin bei Familie Graber einige Stunden auf Besuch. Beide Mädchen, noch frisch und gesund, unterhielten sich voller Frohsinn. Das Gespräch kam auf die Zöpfe. Agnes frug ihre Freundin: "Schneidest du deine Zöpfe ab?" - Gritli sagte: "Nein, meine lieben Eltern wollen es nicht haben. Schneidest du sie ab?" - Agnes: "Nein, Vater und Mutter haben sonst immer viel zu bezahlen, und mit Zöpfen kommt man auch in den Himmel."
Mitten hinein in Agneslis Frohsein rief Gott zum Heimgang. Zwei dringende Darmoperationen brachten ihr treues Herz am 14. Jänner 1949 zum Stillestehen. Doch ihre Seele lebt und - wie wir vertrauend hoffen - ewig bei Gott!

Pater J. Jäger M.S.F.

Bevor der Verfasser daran ging, seine seltsamen Erlebnisse druckfähig niederzuschreiben, ließ er selbe von einem Kenner okkulter Phänomene prüfen. Das Ergebnis dieser Prüfung hat der hochwürdigste Herr Experte selbst in seinem Brief an meinen höheren Oberen niedergelegt. Der Brief lautet:

Zisterzienserkloster, 29. Jänner 1950, Schlierbach O.Ö.

Euer Hochwürden Herr P. Provinzial!
Nachdem H. P. Joseph Jäger bei mir war, möchte ich Ihnen meinen Eindruck über die erzählten Vorkommnisse mitteilen:
1. Die Erscheinung der armen Seele scheint mir in Anbetracht der Würdigkeit und des Ernstes echt zu sein; auch das Ziel (in erster Linie das Gebet des Priesters zu erhalten) ist der entschiedenen Beterin an den Priestersamstagen gewiß charakterlich zuzutrauen.
2. Eine Veröffentlichung zur Belebung der Anteilnahme des Volkes an diesen Samstagen scheint mir sehr zeitgemäß (bei dem Priestermangel) und wirksam, da der unmittelbare Nutzen des Volkes darin auch klargelegt wird.
3. Allerdings sollte man mit der Angelegenheit nicht zu sehr zögern, solange die Erinnerung an das außergewöhnliche Kind und die Erscheinung noch wach ist.
Dr. Alois Wiesinger, Abt


Nihil obstat: Maria-Ellend/D., die 5. XI. 1951. - P. H. Cremer M.S.F. Kommissar
Imprimatur Nr. 2409. Apostolische Administratur, Innsbruck, 17. November 1951, Dr. Resch, Vic. del.
Dokument erhalten von: P. Damian Holdener, Kollegium Nuolen, 8855 Wangen SZ

1 Kommentar:

Gertrud hat gesagt…

Grüß Gott, ich bin auf diese Seiten gestoßen.
Wunderbar das Zeugniss dieses jungen Mädchens.
Auch ich bin der Meinung, man sollte den Priestersamstag doch wieder einführen. Es mögen sich doch wieder gut katholische Prister finden lassen, wo auf das wieder hinweißt.Wo sollen denn gute Priester herkommen, wenn nicht mehr darum gebetet wird?

Beten wir dafür, daß das wieder geschieht.

Gruß
G. Friedel