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Sonntag, Juni 21, 2009
Wallfahrtskirche Oberdorf, Solothurn
Aufnahmen von Heinz Hongler, Ostermundigen (16.6.2009)


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Die Wallfahrtskapelle Heiligkreuz auf Bernrain
Im Mittelpunkt steht das Bernrainer-Kreuz, das, wie uns überliefert wird, zum Bau der Kapelle Anlass gegeben haben soll.
Die Sage vom Wunderkreuz und dem Bernrainer Kind
In der Konstanzer Vorstadt Stadelhofen lebte einst ein richtiger Lausbub mit Namen Schappeler, der seiner armen Mutter viel Kummer und Sorgen beeitete. Daheim war er zu ordentlichen Arbeiten kaum zu gebrauchen. Die Mutter schickte ihn deshalb öfters in den Wald oberhalb Kreuzlingen-Emmishofen, um Holz für den Winter zu sammeln. Eine solche Beschäftigung sagte dem Tunichtgut ganz besonders zu, konnte er dabei doch nach Herzenslust im Wald von Schwaderloh herumstrolchen. Einmal, es soll am Tag der Heiligen Agnes, am 21. Januar 1384 gewesen sein, kamen Schappeler und seine Kumpanen auf ihrem Streifzug nach Bernrain. Sie warfen die gesammelten Holzbüschel zu Boden und ruhten sich beim dortigen Wegkreuz aus. Dem Schappeler wurde es schon bald zu langweilig. Das schlichte Kreuz mit der hölzernen Martergestalt des Heilands unter dem schützenden Dächlein hatte es ihm angetan. Er stellte sich vor das Kruzifix, griff dem Christusbild an die Nase, die ob der winterlichen Nässe einen Tropfen hangen hatte, und rief übermütig: "So Herrgott, lass dich einmal schneuzen, dann küss ich dich lieber!" Nach dieser Verhöhnung wurde er plötzlich bleich. Die andern Buben sahen, wie sich der Schappeler wand und alles versuchte, um seine Hand von der Nase loszubringen, was ihm aber nicht gelang. Voller Schreck rannten sie nach Konstanz zurück und erzählten aufgeregt, was beim Bernrainer Kruzifix geschehen sei. Schon bald bewegte sich eine Prozession mit Konstanzer Geistlichen und vielen Leuten vom Stadttor hinauf nach Bernrain. Als die Mutter ihren Buben so sah, kniete sie nieder und rief die Hilfe des lieben Gottes und der Mutter Maria an und versprach sieben Wallfahrten nach Einsiedeln. Plötzlich löste sich die Hand des Frevlers vom Kruzifix und alle waren von Freude und Dankbarkeit erfüllt. Diese eindrückliche Warnung, die dem Schappeler widerfahren war, besserte ihn nicht. Zwei Jahre später ließ ihm der Konstanzer Rat wegen Messerstecherei die Zunge herausschneiden und verbannte ihn auf Lebzeit aus der Stadt. Seit dieser Zeit nennt man einen ungeratenen Burschen "Bernrainer Kind".
Aus: Guido Nünlist, "Wallfahrtskapelle Heiligkreuz auf Bernrain - Eines der ältesten Bauwerke der Stadt Kreuzlingen".
Die 78-seitige, reich bebilderte Broschüre von Guido Nünlist, gedruckt 1988, kann zum Preis von CHF 15.-- bezogen werden beim Herausgeber: Guido Nünlist, Ribistrasse 29, CH-8280 Kreuzlingen oder beim Katholischen Pfarramt St. Stephan, Bernrainstrasse 8, 8280 Kreuzlingen.
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Bernrain,
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Kreuzwunder,
Schwaderloh
Donnerstag, Juni 18, 2009
Unsere Liebe Frau von Oberdorf, Solothurn
Ursprung und Alter der Oberdorfer Wallfahrt sind nicht bekannt. Wurde sie von Lommiswil übernommen? Welches Gnadenbild wäre vor der Zerstörung, 1375, verehrt worden? Die sitzende Madonna von Oberdorf entstand in der Zeit des Kirchenbaus, um 1420. Dieser war aber offensichtlich wegen der zunehmenden Wallfahrt notwendig geworden. Noch ungelöste Fragen! Die Erlasse des Konzils von Basel (1431-1437) über die Marienverehrung gaben der Wallfahrt neue Impulse, besonders als 1447 - verbunden mit einem Ablass - hohe Konzils-Teilnehmer die Kirche besuchten.
1457 ist erstmals offiziell eine Prozession des Stiftskapitels und der Pfarrei St. Ursen in Solothurn erwähnt. Von jetzt an fand sie alljährlich statt. Doch verzeichnete der Solothurner Chronist Franz Haffner für das Jahr 1453: "Umb dise Zeit wohnte nur ein Bruder zu Oberdorff / den liesse die Obrigkeit graw bekleyden". Papst Pius II. erteilte 1462 allen, die an Weihnachten, Mariae Verkündigung und an Kirchweih "diese Kirche andächtig besuchen und zu ihrer Erhaltung und Ausschmückung ein Almosen spenden, einen Ablass auf ewige Zeiten".
Nach der Reformation erlahmte das kirchliche Leben und auch die Wallfahrt, obwohl Solothurn beim alten Glauben blieb. Erst nach dem Tridentiner Konzil (1545-1563) setzten wieder Stiftungen ein. Der bekannte Solothurner Stadtschreiber Hans Jakob vom Staal erreichte in Rom von Papst Clemens VIII. ein Privileg, das die Wallfahrt mit einem Schlag wieder aufleben ließ: alle, welche "wegen Alter, Mangel an Zeit, Armut, körperlicher Schwäche, Kränklichkeit oder andern Ursachen an einer Wallfahrt nach Einsiedeln gehindert sind", konnten "in Oberdorf die nämlichen Gnaden und Ablässe erhalten". So wurde Oberdorf zum "solothurnischen Einsiedeln".
Nachdem die neue Kirche zu Anfang des 17. Jahrhunderts vollendet war, hatte "die vorige Wallfahrt sowohl als der Orth täglichen Miraculn halb allzeit stärcker zugenommen" (Haffner-Chronik). Zu dieser Zeit nahm auch der Pfarrherr ständigen Wohnsitz in Oberdorf. Eine vom Papst erlaubte Verlegung des serbelnden Klosters Beinwil nach Oberdorf (zwecks besserer Betreuung der Wallfahrt) kam nicht zustande. Mariastein erhielt den Vorzug. Dafür stiftete Altrat Urs Gibelin mit andern Patriziern 1648 die Kaplanei, nach dem Ratsmanual "zu Hülff des Pfarrherren... betrachtend den grossen Zulauff des inheimbschen und frembden Volkes zu disem gnadenreichen Orth". Zwei Jahre zuvor war - zu Ehren des Mutttergottes-Altars - die Rosenkranz-Bruderschaft errichtet worden. Ende 18. Jahrhundert kamen noch zwei neue Bruderschaften hinzu.
Doch im turbulenten 19. Jahrhundert ging die Wallfahrt, wie nach der Reformation, stetig zurück, und im Kulturkampf 1874 wurden die Bittgänge abgeschafft. Das kirchliche Leben schwand mehr und mehr. Erst in neuerer Zeit hat, wie anderswo, die Oberdorfer Wallfahrt wieder eingesetzt. Und zu den Gläubigen, die hier Trost und Hilfe suchen, gesellen sich, seit der gediegenen Restaurierung der Kirche, immer mehr Kunstfreunde.
Aus: Gottlieb Loertscher: "Pfarr- und Wallfahrtskirche Oberdorf SO" - Schweizerische Kunstführer - Herausgegeben von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte.
1457 ist erstmals offiziell eine Prozession des Stiftskapitels und der Pfarrei St. Ursen in Solothurn erwähnt. Von jetzt an fand sie alljährlich statt. Doch verzeichnete der Solothurner Chronist Franz Haffner für das Jahr 1453: "Umb dise Zeit wohnte nur ein Bruder zu Oberdorff / den liesse die Obrigkeit graw bekleyden". Papst Pius II. erteilte 1462 allen, die an Weihnachten, Mariae Verkündigung und an Kirchweih "diese Kirche andächtig besuchen und zu ihrer Erhaltung und Ausschmückung ein Almosen spenden, einen Ablass auf ewige Zeiten".
Nach der Reformation erlahmte das kirchliche Leben und auch die Wallfahrt, obwohl Solothurn beim alten Glauben blieb. Erst nach dem Tridentiner Konzil (1545-1563) setzten wieder Stiftungen ein. Der bekannte Solothurner Stadtschreiber Hans Jakob vom Staal erreichte in Rom von Papst Clemens VIII. ein Privileg, das die Wallfahrt mit einem Schlag wieder aufleben ließ: alle, welche "wegen Alter, Mangel an Zeit, Armut, körperlicher Schwäche, Kränklichkeit oder andern Ursachen an einer Wallfahrt nach Einsiedeln gehindert sind", konnten "in Oberdorf die nämlichen Gnaden und Ablässe erhalten". So wurde Oberdorf zum "solothurnischen Einsiedeln".
Nachdem die neue Kirche zu Anfang des 17. Jahrhunderts vollendet war, hatte "die vorige Wallfahrt sowohl als der Orth täglichen Miraculn halb allzeit stärcker zugenommen" (Haffner-Chronik). Zu dieser Zeit nahm auch der Pfarrherr ständigen Wohnsitz in Oberdorf. Eine vom Papst erlaubte Verlegung des serbelnden Klosters Beinwil nach Oberdorf (zwecks besserer Betreuung der Wallfahrt) kam nicht zustande. Mariastein erhielt den Vorzug. Dafür stiftete Altrat Urs Gibelin mit andern Patriziern 1648 die Kaplanei, nach dem Ratsmanual "zu Hülff des Pfarrherren... betrachtend den grossen Zulauff des inheimbschen und frembden Volkes zu disem gnadenreichen Orth". Zwei Jahre zuvor war - zu Ehren des Mutttergottes-Altars - die Rosenkranz-Bruderschaft errichtet worden. Ende 18. Jahrhundert kamen noch zwei neue Bruderschaften hinzu.
Doch im turbulenten 19. Jahrhundert ging die Wallfahrt, wie nach der Reformation, stetig zurück, und im Kulturkampf 1874 wurden die Bittgänge abgeschafft. Das kirchliche Leben schwand mehr und mehr. Erst in neuerer Zeit hat, wie anderswo, die Oberdorfer Wallfahrt wieder eingesetzt. Und zu den Gläubigen, die hier Trost und Hilfe suchen, gesellen sich, seit der gediegenen Restaurierung der Kirche, immer mehr Kunstfreunde.
Aus: Gottlieb Loertscher: "Pfarr- und Wallfahrtskirche Oberdorf SO" - Schweizerische Kunstführer - Herausgegeben von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte.
Donnerstag, Mai 28, 2009
Pietà aus der 1. Kapelle von 1674 in Untereggen bei St. Gallen
Salve Regina, mater misericordiae!
Maria,
als du unter dem Kreuz standest, erfüllte sich das Wort des greisen Simeon: ein Schwert wird dir durch die Seele dringen beim Sehen des Leidens und Sterbens deines Sohnes (Lk 2, 35). Auch in den dunkelsten Stunden seines Lebens bliebst du Jesus treu und hast ihn nie im Stich gelassen. Leid, Schmerz und Enttäuschung begleiten auch mich durch dieses Leben. Maria, ich bitte um deine Fürsprache, dass Gott mir die Bereitschaft schenke, Not und Leid in meinem Leben, die unvermeidbar sind, anzunehmen. Ich bitte um deine Fürsprache, dass ich in den Stunden der Not von Gott jene Kraft erhalte, die ich brauche, und die Hoffnung nicht verliere, dass er daraus etwas Neues, etwas Sinnvolles macht.
Gegrüsst seist Du, Maria...
Ehre sei dem Vater...
Mittwoch, März 18, 2009
Anmutung zur heiligen Ida
Ich bitte dich daher um der Liebe Jesu willen, erflehe mir wahre Erkenntnis meiner selbst, Demut und Reue über meine Sünden. Erflehe mir die Gnade, dass ich in christlicher Geduld nach deinem Beispiele alle Widerwärtigkeiten von der Hand Gottes freudig hinnehme, und im wahren Glauben, vollkommenen Vertrauen und heiliger Liebe bis an's Ende meines Lebens aushalte, um in die Zahl der Auserwählten aufgenommen, Gott ewig loben und preisen zu können.
Vorb.: Bitte für uns, o heilige Mutter Ida!
Alle: Auf dass wir würdig werden der Verheißungen Christi.
Gebet.
Allmächtiger, ewiger Gott, der du wunderbar und mächtig bist in Deinen Heiligen und in der heiligen Ida besonders wunderbare Dinge gewirkt hast: wir bitten Deine göttliche Majestät, dass Du ihren Geist und heiligen Eifer, womit sie Dir gedient hat, in unseren Herzen erweckest und ihre kräftige Fürbitte zum Besten des Leibes und der Seele uns angedeihen lassest. Durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen.
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